Auf dem Fliegenplaneten, da geht es dem Menschen nicht gut: Denn was er hier der Fliege, die Fliege dort ihm tut.
An Bändern voll Honig kleben die Menschen allesamt, und andre sind zum Verleben in süßliches Bier verdammt.
In einem nur scheinen die Fliegen dem Menschen vorauszustehn: Man bäckt uns nicht in Semmeln, noch trinkt man uns aus Versehn.
|
Hinter dem Schloßberg kroch es herauf: Wolken - Wolken! Wie graue Mäuse, ein ganzes Gewusel.
Zuhauf jagten die Wolken gegen die Stadt. Und wurden groß und glichen Riesen und Elefanten und dicken finsteren Ungeheuern, wie sie noch niemand gesehen hat.
"Gleich geht es los!" sagten im Kaufhaus Dronten drei Tanten und rannten heim, so schnell sie konnten.
Da fuhr ein Blitz mit hellichtem Schein, zickzack, blitzschnell in einen Alleebaum hinein. Und ein Donner schmetterte hinterdrein, als würden dreißig Drachen auf Kommando lachen, um die Welt zu erschrecken. Alle Katzen der Stadt verkrochen sich in den allerhintersten Stubenecken.
Doch jetzt ging ein Platzregen nieder! Die Stadt war überall nur noch ein einziger Wasserfall. Wildbäche waren die Gassen.
Plötzlich war alles vorüber, die Sonne kam wieder und blickte vergnügt auf die Dächer, die nassen.
|
Vom Himmel fällt der Regen, und macht die Erde naß, die Steine auf den Wegen, die Blumen und das Gras.
Die Sonne macht die Runde in altgewohntem Lauf und saugt mit ihrem Munde das Wasser wieder auf.
Das Wasser steigt zum Himmel und wallt dort hin und her, da gibt es ein Gewimmel von Wolken grau und schwer.
Die Wolken werden nasser und brechen auseinander und wieder fällt das Wasser als Regen auf das Land.
Der Regen fällt ins Freie und wieder saugt das Licht. Die Wolke wächst aufs neue bis daß sie wieder bricht.
So geht des Wassers Weise: es fällt, es steigt, es sinkt in ewig gleichem Kreise und alles alles trinkt.
|
Ihr Kinder, kommt und ratet, was im Ofen bratet! Hört, wie es knallt und zischt! Bald wird er aufgetischt, der Zipfel, der Zapfel, der Kipfel der Kapfel, der gelbrote Apfel.
Ihr Kinder, laufet schneller! Holt euch einen Teller! Holt eine Gabel! Sperrt auf den Schnabel für den Zipfel, den Zapfel, den Kipfel, den Kapfel, den goldbraunen Apfel.
Sie pusten und prusten, sie gucken und sie schlucken, schnalzen und schmecken, lecken und schlecken den Zipfel, den Zapfel, den Kipfel, den Kapfel, den knusprigen Apfel.
|
|
Der Sperling und die Schulhofkinder James KrüssEin Sperling, der von ungefähr zu einem Schulhof kam, erstaunte über das, was er auf diesem Hof vernahm.
Ein Mädchen sprach zu Meiers Franz: "Du alter Esel du!" Da sprach der Franz:"Du dumme Gans bist eine blöde Kuh!"
Der Walter sprach zum dicken Klaus: "Mach Platz, du fetter Ochs!" Da rief der Klaus:"Du fade Laus, paß auf, daß ich nicht box!"
Zum Peter sprach Beate nun: "Du Affe, geh hier weg!" Da rief der Peter:"Dummes Huhn, ich weiche nicht vom Fleck!"
Der Sperling meint er hör nicht recht. Es tönte allenthalb: "Du Schaf! Du Floh! Du blöder Hecht! Du Hund! Du Schwein! Du Kalb!"
Der kleine Sperling staunte sehr. Er sprach:"Es schien mir so, als ob ich auf dem Schulhof wär; doch bin ich wohl im Zoo!"
|
Im Winter geht die Sonn' Erst mittags auf die Straße Und friert in höchstem Maße Und macht sich schnell davon.
Ein Rabe stelzt im Schnee Mit graugeschneitem Rücken, In seinen Fußabdrücken Sieht man jeden Zeh.
Der Winter ist voll Grimm. Doch wenn die Mutter Geld hat Und viel Briketts bestellt hat, Dann ist er nicht so schlimm.
|
Dunkel war alles und Nacht. In der Erde tief die Zwiebel schlief, die braune.
Was ist das für ein Gemunkel, was ist das für ein Geraune, dachte die Zwiebel, plötzlich erwacht. Was singen die Vögel da droben und jauchzen und toben? Von Neugier gepackt, hat die Zwiebel einen langen Hals gemacht und um sich geblickt mit einem hübschen Tulpengesicht.
Da hat ihr der Frühling entgegengelacht.
|
Honig, Milch und Knäckebrot - manche Kinder sind in Not
Zucker, Ei und Früchtequark - macht nur manche Kinder stark
Götterspeise Leibgericht - kennen manche Kinder nicht
Wurst und Käse Vollkornbrot manche Kinder sind schon tot
|
Kleine Leute, große Leute gab es gestern, gibt es heute, wird es sicher immer geben, über, unter, hinter, neben
dir und mit und ihm und ihr: Kleine, Große sind wie wir. Größer als ein Großer kann aber sein ein kleiner Mann.
Klein und groß sagt gar nichts aus, sondern nur, was einer draus für sich selbst und alle macht. Darum habe darauf acht:
Wer den andren hilft und stützt und sich nicht nur selber nützt, hat das richtige Format - ob ein Zwerg er oder grad
lang wie eine Latte ist oder einen Meter mißt. Kleine Leute, große Leute gab es gestern, gibt es heute.
|
Weißt du, wie der Sommer riecht? Nach Birnen und nach Nelken, nach Äpfeln und Vergißmeinnicht, die in der Sonne welken, nach heißem Sand und kühler See und nassen Badehosen, nach Wasserball und Sonnenkrem, nach Straßenstaub und Rosen.
Weißt du, wie der Sommer schmeckt? Nach gelben Aprikosen und Walderdbeeren, halb versteckt zwischen Gras und Moosen, nach Himbeereis, Vanilleeis und Eis aus Schokolade, nach Sauerklee vom Wiesenrand und Brauselimonade.
Weißt du, wie der Sommer klingt? Nach einer Flötenweise, die durch die Mittagsstille dringt: Ein Vogel zwitschert leise, dumpf fällt ein Apfel in das Gras, der Wind rauscht in den Bäumen. Ein Kind lacht hell, dann schweigt es schnell und möchte lieber träumen.
|
Wunderbar stand er da im Silberhaar.
Aber eine Dame, Annette war ihr Name, machte ihre Backen dick, machte ihre Lippen spitz, blies einmal, blies mit Macht, blies ihm fort die ganze Pracht.
Und er blieb am Platze zurück mit einer Glatze.
|
Ich bin ich und du bist du. Wenn ich rede, hörst du zu. Wenn du sprichst, dann bin ich still, weil ich dich verstehen will. Wenn du fällst, helf' ich dir auf, und du fängst mich, wenn ich lauf. Wenn du kickst, steh ich im Tor, pfeif ich Angriff, schießt du vor. Spielst du pong, dann spiel ich ping, und du trommelst, wenn ich sing.
Allein kann keiner diese Sachen, zusammen können wir viel machen. Ich mit dir und du mit mir- das sind wir.
|
|
|
|