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 Gedichte 1
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    Auf dem Fliegenplaneten                           Chrisitan  Morgenstern

     

    Auf dem Fliegenplaneten,

    da geht es dem Menschen nicht gut:

    Denn was er hier der Fliege,

    die Fliege dort ihm tut.

     

    An Bändern voll Honig kleben

    die Menschen allesamt,

    und andre sind zum Verleben

    in süßliches Bier verdammt.

     

    In einem nur scheinen die Fliegen

    dem Menschen vorauszustehn:

    Man bäckt uns nicht in Semmeln,

    noch trinkt man uns aus Versehn.

 

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    Das Gewitter   Josef Guggenmos

     

    Hinter dem Schloßberg kroch es herauf:

    Wolken - Wolken!

    Wie graue Mäuse,

    ein ganzes Gewusel.

     

    Zuhauf

    jagten die Wolken gegen die Stadt.

    Und wurden groß

    und glichen Riesen

    und Elefanten

    und dicken finsteren Ungeheuern,

    wie sie noch niemand gesehen hat.

     

    "Gleich geht es los!"

    sagten im Kaufhaus Dronten

    drei Tanten

    und rannten heim,

    so schnell sie

    konnten.

     

    Da fuhr ein Blitz

    mit hellichtem Schein,

    zickzack,

    blitzschnell

    in einen Alleebaum hinein.

    Und ein Donner schmetterte hinterdrein,

    als würden dreißig Drachen

    auf Kommando lachen,

    um die Welt zu erschrecken.

    Alle Katzen der Stadt

    verkrochen sich

    in den allerhintersten Stubenecken.

     

    Doch jetzt ging ein Platzregen nieder!

    Die Stadt war überall

    nur noch ein einziger Wasserfall.

    Wildbäche waren die Gassen.

     

    Plötzlich war alles vorüber,

    die Sonne kam wieder

    und blickte vergnügt

    auf die Dächer, die nassen.

 

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    Das Wasser  James Krüss

     

    Vom Himmel fällt der Regen,

    und macht die Erde naß,

    die Steine auf den Wegen,

    die Blumen und das Gras.

     

    Die Sonne macht die Runde

    in altgewohntem Lauf

    und saugt mit ihrem Munde

    das Wasser wieder auf.

     

    Das Wasser steigt zum Himmel

    und wallt dort hin und her,

    da gibt es ein Gewimmel

    von Wolken grau und schwer.

     

    Die Wolken werden nasser

    und brechen auseinander

    und wieder fällt das Wasser

    als Regen auf das Land.

     

    Der Regen fällt ins Freie

    und wieder saugt das Licht.

    Die Wolke wächst aufs neue

    bis daß sie wieder bricht.

     

    So geht des Wassers Weise:

    es fällt, es steigt, es sinkt

    in ewig gleichem Kreise

    und alles alles trinkt.

 

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    Der Bratapfel    Fritz und Emilie Kögel

     

    Ihr Kinder, kommt und ratet,

    was im Ofen bratet!

    Hört, wie es knallt und zischt!

    Bald wird er aufgetischt,

    der Zipfel, der Zapfel,

    der Kipfel der Kapfel,

    der gelbrote Apfel.

     

    Ihr Kinder, laufet schneller!

    Holt euch einen Teller!

    Holt eine Gabel!

    Sperrt auf den Schnabel

    für den Zipfel, den Zapfel,

    den Kipfel, den Kapfel,

    den goldbraunen Apfel.

     

    Sie pusten und prusten,

    sie gucken und sie schlucken,

    schnalzen und schmecken,

    lecken und schlecken

    den Zipfel, den Zapfel,

    den Kipfel, den Kapfel,

    den knusprigen Apfel.

 

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    Der Sperling und die Schulhofkinder              James Krüss

     

    Ein Sperling, der von ungefähr

    zu einem Schulhof kam,

    erstaunte über das, was er

    auf diesem Hof vernahm.

     

    Ein Mädchen sprach zu Meiers Franz:

    "Du alter Esel du!"

    Da sprach der Franz:"Du dumme Gans

    bist eine blöde Kuh!"

     

    Der Walter sprach zum dicken Klaus:

    "Mach Platz, du fetter Ochs!"

    Da rief der Klaus:"Du fade Laus,

    paß auf, daß ich nicht box!"

     

    Zum Peter sprach Beate nun:

    "Du Affe, geh hier weg!"

    Da rief der Peter:"Dummes Huhn,

    ich weiche nicht vom Fleck!"

     

    Der Sperling meint er hör nicht recht.

    Es tönte allenthalb:

    "Du Schaf! Du Floh! Du blöder Hecht!

    Du Hund! Du Schwein! Du Kalb!"

     

    Der kleine Sperling staunte sehr.

    Er sprach:"Es schien mir so,

    als ob ich auf dem Schulhof wär;

    doch bin ich wohl im Zoo!"

 

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    Der Winter  Peter Hacks

     

    Im Winter geht die Sonn'

    Erst mittags auf die Straße

    Und friert in höchstem Maße

    Und macht sich schnell davon.

     

    Ein Rabe stelzt im Schnee

    Mit graugeschneitem Rücken,

    In seinen Fußabdrücken

    Sieht man jeden Zeh.

     

    Der Winter ist voll Grimm.

    Doch wenn die Mutter Geld hat

    Und viel Briketts bestellt hat,

    Dann ist er nicht so schlimm.

 

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    Die Tulpe   Josef Guggenmos

     

    Dunkel

    war alles und Nacht.

    In der Erde tief

    die Zwiebel schlief,

    die braune.

     

    Was ist das für ein Gemunkel,

    was ist das für ein Geraune,

    dachte die Zwiebel,

    plötzlich erwacht.

    Was singen die Vögel da droben

    und jauchzen und toben?

    Von Neugier gepackt,

    hat die Zwiebel einen langen Hals gemacht

    und um sich geblickt

    mit einem hübschen Tulpengesicht.

     

    Da hat ihr der Frühling entgegengelacht.

 

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    Kindergedicht  Jürgen Spohn

     

    Honig, Milch

    und Knäckebrot -

    manche Kinder

    sind in Not

     

    Zucker, Ei

    und Früchtequark -

    macht nur manche

    Kinder stark

     

    Götterspeise

    Leibgericht -

    kennen

    manche Kinder nicht

     

    Wurst und Käse

    Vollkornbrot

    manche Kinder

    sind schon tot

 

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    Leute    Günter Kunert

     

    Kleine Leute, große Leute

    gab es gestern, gibt es heute,

    wird es sicher immer geben,

    über, unter, hinter, neben

     

    dir und mit und ihm und ihr:

    Kleine, Große sind wie wir.

    Größer als ein Großer kann

    aber sein ein kleiner Mann.

     

    Klein und groß sagt gar nichts aus,

    sondern nur, was einer draus

    für sich selbst und alle macht.

    Darum habe darauf acht:

     

    Wer den andren hilft und stützt

    und sich nicht nur selber nützt,

    hat das richtige Format -

    ob ein Zwerg er oder grad

     

    lang wie eine Latte ist

    oder einen Meter mißt.

    Kleine Leute, große Leute

    gab es gestern, gibt es heute.

 

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    Sommer       Ilse Kleberger

     

    Weißt du, wie der Sommer riecht?

    Nach Birnen und nach Nelken,

    nach Äpfeln und Vergißmeinnicht,

    die in der Sonne welken,

    nach heißem Sand und kühler See

    und nassen Badehosen,

    nach Wasserball und Sonnenkrem,

    nach Straßenstaub und Rosen.

     

    Weißt du, wie der Sommer schmeckt?

    Nach gelben Aprikosen

    und Walderdbeeren, halb versteckt

    zwischen Gras und Moosen,

    nach Himbeereis, Vanilleeis

    und Eis aus Schokolade,

    nach Sauerklee vom Wiesenrand

    und Brauselimonade.

     

    Weißt du, wie der Sommer klingt?

    Nach einer Flötenweise,

    die durch die Mittagsstille dringt:

    Ein Vogel zwitschert leise,

    dumpf fällt ein Apfel in das Gras,

    der Wind rauscht in den Bäumen.

    Ein Kind lacht hell, dann schweigt es schnell

    und möchte lieber träumen.

 

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    Verblühter Löwenzahn     Josef Guggenmos

     

    Wunderbar

    stand er da im Silberhaar.

     

    Aber eine Dame,

    Annette war ihr Name,

    machte ihre Backen dick,

    machte ihre Lippen spitz,

    blies einmal, blies mit Macht,

    blies ihm fort die ganze Pracht.

     

    Und er blieb am Platze

    zurück mit einer Glatze.

 

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    Wir        Irmela Brender

     

    Ich bin ich und du bist du.

    Wenn ich rede, hörst du zu.

    Wenn du sprichst, dann bin ich still,

    weil ich dich verstehen will.

    Wenn du fällst, helf' ich dir auf,

    und du fängst mich, wenn ich lauf.

    Wenn du kickst, steh ich im Tor,

    pfeif ich Angriff, schießt du vor.

    Spielst du pong, dann spiel ich ping,

    und du trommelst, wenn ich sing.

     

    Allein kann keiner diese Sachen,

    zusammen können wir viel machen.

    Ich mit dir und du mit mir-

    das sind wir.

 

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