|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Gedichtsammlung Teil 2 mit 12 Gedichten :
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Habt ihr das schon mal gemacht: ohne jeden Grund gelacht? Na wie steht's? Ich glaube sicher, daß ihr dieses Lachen kennt, das man allgemein Gekicher nennt.
Wie entsteht so etwas bloß? Es entsteht nicht. Es geht los. Eben noch tat keiner mucksen. Fritz beginnt herumzudrucksen. Paul hat sich parterre gesetzt, denkt nichts Böses, hört sie juxen und bekichert sich zuletzt.
Schließlich platzen sie vor Lachen. Und sie meckern wie die Ziegen, bis sie fast am Boden liegen. Und sie finden es zu dumm. Doch da läßt sich gar nichts machen, und sie meckern und sie lachen, und sie wissen nicht warum.
Keiner sieht den andern an, denn sonst würde es noch schlimmer. Und das Kicher wird Gewimmer. Mutter sitzt im Nebenzimmer und bleibt ernst, so gut sie kann. Kichern strengt genauso an wie ein Tausend-Meter-Lauf.
Und so leise, wie's begann, hört es auf.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Großstadtabend Lisa-Marai Blum
Schwer hat es die Dämmerung in der Stadt. Kaum schleicht sie herbei, schon hat das Licht überall ihre Schleier zerrissen. Und das Autogedröhn will von Stille nichts wissen. Sie kriecht auf die Dächer, verkriecht sich in Ecken. Aber wer Zeit hat, kann sie entdecken. Braucht nur am Küchenfenster zu stehn. Im Hof unten, sieht man die Schleier wehn. Und oft zeigt sie dir den strahlenden Stern, hoch über dem Schornstein, unendlich fern. Ihre Augen dunkeln. Sie scheut das Licht. Sei still, ganz still, wenn sie leise spricht
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Gestern abend auf dem Ball tanzte Herr von Zwiebel mit der Frau von Petersil. Ach, das war nicht übel.
Die Prinzessin Sellerie tanzte fein und schicklich mit dem Prinzen Rosenkohl. Ach, was war sie glücklich!
Der Baron von Kopfsalat tanzte leicht und herzlich mit der Frau von Sauerkraut; doch die blickte schmerzlich.
Ritter Kürbis, groß und schwer, trat oft auf die Zehen. Doch die Gräfin Paprika ließ ihn einfach stehen.
Heute abend auf dem Ball tanzt die Frau Melisse mit dem Herrn von Majoran, tritt ihm auf die Füße.
Frau von PetersilBild von Petersilewie? nicht übelHer von ZwiebelBildvon ZwiebelnPrinzessin SellerieB.v. SellerieglücklichPrinz Rosenkohl...Frau von SauerkrautSauerkrautschmerzlichBaron Kopfsalat...Gräfin PaprikaPaprikaließ ihn stehenRitter Kürbis..FrauMElissetritt ihm auf die FüßeHerr vonMajoran...
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Morgends früh um sechs Unbekannt
Morgends früh um sechs kommt die kleine Hex; morgends früh um sieben schabt sie gelbe Rüben; morgends früh um acht wird der Kaffeee gemacht; morgends früh um neune geht sie in die Scheune; morgends früh um zehne holt sie Holz und Späne; feuert an um elfe, kocht sie bis um zwölfe Fröschebein und Krebs und Fisch. Hurtig, Kinder, kommt zu Tisch!
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
O ungerachenbere Schreibmischane Josef Guggenmos
O unberachenbere Schreibmischane, was bist du für ein winderluches Tier? Du tauschst die Bachstuben günz nach Vergnagen und schrögbst so scheinen Unsinn aufs Papier! Du tappst die falschen Tisten, luber Bieb! O sige mar, was kann ich dafür?
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern. werch ein illtum!
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
1 Dorn im C verurs8 W, die Vlheit ist 1 Laster. Im WintR trinkt man gRne T, im HRbsT blüht die AstR.
Die Q gibt Milch. Die Lstern gehn gar gRn auf Dieberei. Wer leise geht, geht auf den 10, 1Glas kr8 leicht ent2.
Bläst man auf dR TromPT Baß, so wackeln alle Wände. Zum Rnst wird oft 1 kleinR Spaß und alles hat 1 ND.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
"Ich bin 2fellos größer als du", sprach zum Einer der Zweier.
"3ster Kerl, prahle nicht so!" knurrte der größere Dreier. "Und ich!" rief da der Einer, "bin zwar der kl 1 te, aber dafür bestimmt auch der f 1 te."
"Nein, mir gibt man sogar noch den Sch 0 er", piepste der Nuller.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Nachricht vom Leben der Spazoren Peter Hacks
Bei Asien gleich querfeldein, da leben die Spazoren. Die haben Rüssel wie ein Schwein und tellergroße Ohren.
Von Tokio bis nach Athen gibts keine mehr wie diese. Man sieht sie bloß spazierengehn auf einer gelben Wiese.
Sie haben Rosen angebaut wohl auf dem gelben Rasen. Sie schnobern am Lavendelkraut und pflückens mit den Nasen.
Nie gibt es eine Hungersnot, und kein Spazor kann kochen: sie brauchen gar kein Abendbrot, wenn sie sich satt gerochen.
Kommt dort einmal ein Regen vor, vielleicht auf einer Kirmes, dann heben sie das linke Ohr statt eines Regenschirmes.
Und kommt ein harter Winter mal, und friert das Eis und prickelt, dann gehn sie, statt in einen Schal, ins rechte Ohr gewickelt.
So brauchen sie zu darben nicht und brauchen nicht zu frieren und gehen ledig jeder Plicht spazoren, nein: spazieren.
Einst kam ein Doktor hochgelahrt zum Lande der Spazoren. Sie wünschten ihm vergnügte Fahrt und winkten mit den Ohren.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Am Himbeerlimonadenfluß da hat mein Onkel Peter ein Haus aus rosa Zuckerguß, ja, so was hat nicht jeder! Die Fenster sind aus Sahneeis, das Dach ist Schokolade. Im Garten wächst (was keiner weiß), ein Busch mit Marmelade.
Ein blauer Schirm steht stets bereit, das Häuschen zu beschützen, im Sommer, wenn es Bonbons schneit und auch vor Sonnenpfützen. Oft lädt mich Onkel Peter ein, dann singen wir bei Tische, und immer stimmen fröhlich ein, des Onkels goldne Fische.
Die Fische leben quietschvergnügt im Dachfirst, wie die Tauben, und wer sie mal zu hören kriegt, der kanns fast gar nicht glauben! Das Häuschen ist jedoch nicht groß, sonst könnte ich dort wohnen. Es hat zweihundert Zimmer bloß mit Marzipanbalkonen.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Im September ist alles aus Gold. Die Sonne, die durch das Blau hinrollt, das Stoppelfeld, die Sonnenblume schläfrig am Zaun, das Kreuz auf der Kirche, der Apfel am Baum. Ob er hält? Ob er fällt? Da wirft ihn geschwind der Wind in die goldene Welt!
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Hab keine Angst mein Kind Die Nacht tut nicht weh Keine Angst mein Kind Sie ist eine Fee Hab keine Angst mein Kind Sie streut Sterne und Träume Keine Angst mein Kind Sie wiegt Blumen und Bäume
Hörst du mein Kind Hörst du den Wind Er tanzt auf dem See Hörst du mein Kind Er tanzt mit der Fee Mit der Nacht auf dem See Keine Angst keine Angst
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||