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 Gedichte 4
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Gedichtsammlung Teil 4 mit 12 Gedichten :

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Papierschiff im Rinnstein            Helmut Ballot

     

    Mein Schiff ist aus Papier.

    Es hat fünf Masten

    und liegt an der Pier,

    wo Regenwasser quillt

    und den Rinnstein füllt.

     

    Es segelt fort

    und ich mit ihm

    weit übers Meer

    zu den Inseln hinter dem Wind.

     

    Was? Feuer im Schiff?

    So werft den Schlauch-

    und Wasser, marsch!

    Schon steigt der Rauch

    aus der Kombüsse!

    Der Koch war's nur,

    der alte Schlot,

    bäckt heute

    ganz besonderes Brot.

     

    Die Mutter ruft:

    "Es regnet, kommt rein!"

    Mein Schiff segelt weiter

    in die Welt hinein.

 

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Tante Trude Tripppelstein           Lea Smulders

     

    hält nicht viel vom Sonnenschein.

    Und an schönen Tagen

    hat sie's mit dem Magen.

     

    Ist der Sommer schön und warm,

    weint sie, daß es Gott erbarm.

    Es ist wirklich sonderbar,

    dennoch es ist wahr.

     

    Doch ist Regen angesagt

    und ein jeder brummt und klagt,

    ruft sie mit zufriedner Miene:

    "Kinder, ich verdiene!"

     

    Wenn es draußen plitscht und platscht

    und der Regen klitscht und klatscht,

    wird die Tante - wie famos-

    Regenschirme los!

 

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Der Schirm, der Schirm!            Josef Guggenmos

     

    Der Sturm

    fuhr durch die Luft-

    er hat mit Johlen

    Annis roten Schirm gestohlen,

    dieser Schuft!

     

    Was tat der Sturm

    mit dem Regendach?

    Er trug es über Zaun und Bach.

    Er hob es hoch und höher hinan

    und gab es, ach,

    auf dem Zwiebelturm

    dem Wetterhahn.

     

    Drauf ist der Sturm

    mit Sturmgebraus

    zum Dorf hinaus.

    Er war nicht zu loben,

    denn der Schirm

    war hoch droben.

    Und Annis Tränen flossen.

    Nur der Hahn war heiter.

    Er hat den hübschen Schirm

    sehr genossen.

     

    Doch da kam die Feuerwehr

    mit der Feuerwehrleiter,

    die man in die Höhe kurbeln kann,

    und empor die hundert Sprossen

    stieg ein Feuerwehrmann.

    Der sprach zum Hahn:

    "Ich bitte sehr,

    ich bin der Herr von der Feuerwehr,

    Annis Schirm muß wieder her!

    Hör nur, wie sie weint!"

     

    "Wenn's sein muß",

    sprach der Hahn,

    "und sag ihr einen schönen Gruß,

    es war nicht schlimm gemeint."

 

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Hundertzwei Gespensterchen              James Krüss

     

    Hundertzwei Gespensterchen

    saßen irgendwo

    hinter meinem Fensterchen.

    Da erschrak ich so.

     

    Hundertzwei Gespensterchen

    waren sehr vertrackt;

    An meinem Kammerfensterchen

    klopften sie im Takt.

     

    Hundertzwei Gespensterchen

    haben mich erschreckt.

    Weit entfernt vom Fensterchen

    hab ich mich versteckt.

     

    Hundertzwei Gespensterchen

    waren plötzlich fort.

    Schlich mich schnell zum Fensterchen.

    Fand sie nicht mehr dort.

     

    Hundertzwei Gespensterchen,

    denkt euch, wie famos,

    waren an dem Fensterchen

    Regentropfen bloß!

 

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Was der Nebel fertigbringt              Hans Baumann

     

    Er setzt jedem Busch einen Zauberhut auf,

    und die Büsche sind nicht mehr zu sehen.

    Er setzt jedem Baum einen Zauberhut auf,

    und die Bäume sind nicht mehr zu sehen.

    Er setzt jedem Haus einen Zauberhut auf,

    und die Häuser sind nicht mehr zu sehen.

    er setzt jedem Berg einen Zauberhut auf,

    und die Berge sind nicht mehr zu sehen.

    Setzt er sich dann selbst einen Zauberhut auf,

    ist der Nebel nicht mehr zu sehen-

    und Berge und Häuser fern und nah

    und Bäume und Büsche sind wieder da!

 

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    Nebel                            Friedrich Güll

     

    Ein Vorhang aus Luft

    und Duft

    gewoben,

     

    und wie der Wind

    geschwind

    zerstoben

 

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Nebel                            Ernst Kreidolf

     

    Ich stehe am Fenster und schaue hinaus.

    Ei! Seht doch : Verschwunden ist Nachbars Haus!

    Sagt: Wo ist die Straße, wo ist der Weg?

    Wo sind die Zäune, wo ist der Steg?

    Der Nebel bleibt hängen, hält alles versteckt,

    hat Straßen und Häuser ganz zugedeckt.

 

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Kastanien           Josef Guggenmos

     

    Kommt alle,

    hier gibt's was,

    hier liegt was

    im Gras.

     

    Da liegen

    Kastanien.

    Zehn werfen wir

    bis Spanien.

     

    Aber die andern,

    die wir entdecken,

    tragen wir heim

    in unseren Säcken.

     

    Und machen dort

    aus den Kugeln, den braunen,

    eine Herde

    zum Staunen.

 

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Der Herbst ist da         Josefine Bienath

     

    Schau an, den Baum!

    Plötzlich ist er bunt.

    Jedes Blatt ist

    wie im Traum

    statt grün heute rot. -

    Wer kennt den Grund?

     

    Wo kommt denn diese Farbe her

    für die Blätterpracht?

    Hat da wer

    drauflosgemalt,

    einfach über Nacht?

 

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Herbstgedicht                         unbekannt

     

     

    Langsam fällt jetzt Blatt für Blatt,

    von den bunten Bäumen ab.     1

     

    Jeder Weg ist dicht besät

    und es raschelt, wenn man geht.         2

     

    Bunte Blätter fall'n vom Baum,

    schweben sacht, man hört es kaum.  3

     

    Plötzlich trägt der Wind sie fort,

    wirbelt sie von Ort zu Ort.             4

     

    Wie sie flattern, wie sie fliegen,

    sinken und am Boden liegen.         5

     

    1mit den Fingern fallende Blätter andeuten

    2mit den Füßen am Boden schleifen

    3mit den Händen schwankendes Herabfallen

    4 wirbelndes Durcheinander

    5 sinken auf den Boden zeigen

 

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Vom schlafenden Apfel                             Robert Reinick

     

    Im Baum, im grünen Bettchen,

    Hoch oben sich ein Apfel wiegt,

    Der hat so rote Bäckchen,

    Man siehts, daß er im Schlafe liegt.

     

    Ein Kind steht unterm Baume,

    Das schaut und schaut und ruft hinauf:

    Ach, Apfel, komm herunter!

    Hör endlich doch mit Schlafen auf!

     

    Es hat ihn so gebeten,

    Glaubt ihr, der wäre aufgewacht?

    Er rührt sich nicht im Bette,

    Sieht aus, als ob im Schlaf er lacht.

     

    Da kommt die liebe Sonne

    Am Himmel hoch daherspaziert.

    Ach, Sonne, liebe Sonne,

    Mach du daß sich der Apfel rührt!

     

    Die Sonne spricht: Warum nicht?

    Und wirft im Strahlen ins Gesicht,

    Küßt ihn dazu so freundlich;

    Der Apfel aber rührt sich nicht.

     

    Nun schau, da kommt ein Vogel

    Und setzt sich auf den Baum hinauf.

    Ei, Vogel, du mußt singen;

    Gewiß, gewiß, das weckt ihn auf!

     

    Der Vogel wetzt den Schnabel

    Und singt ein Lied so wundernett

    Und singt aus voller Kehle,

    Der Apfel rührt sich nicht im Bett.

     

    Und wer kam nun gegangen?

    Es war der WInd, den kenn ich schon;

    Der küßt nicht, und der singt nicht,

    Der pfeift aus einem andern Ton.

     

    Er stemmt in beide Seiten

    Die Arme, bläst die Backen auf

    Und bläst und bläst, und richtig,

    Der Apfel wacht erschrocken auf

     

    Und springt von Baum herunter

    Grad in die Schürze von dem Kind;

    Das hebt ihn auf und freut sich

    Und ruft: Ich danke schön, Herr Wind

     

 

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Erntedankgebet                   Renate Schupp

     

    Ich habe satt zu essen

    und Schuh und Kleider auch

    und Menschen, die mich lieben,

    und was ich sonst noch brauch.

     

    Ich dank dir, Gott, für alles,

    du machst mich reich und froh.

    Doch laß mich nicht vergessen,

    daß Kinder anderswo

     

    Vielleicht am Abend weinen

    und hungrig sind und arm.

    Gott, du kannst vieles machen:

    gib, daß sie wieder lachen,

    und mach sie satt und warm.

 

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