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Gedichtsammlung Teil 5 mit 12 Gedichten :
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Christine Nöstlinger
Eines Morgends ist der Frühling da. Die Mutter sagt, sie riecht ihn in der Luft.
Pit sieht den Frühling. an den Sträuchern im Garten sind hellgrüne Tupfen.
Anja hört den Frühling. Neben ihr, auf dem Dach, singen die Vögel.
Unten vor dem Haus steigt Vater in sein Auto. Er fühlt den Frühling. Die Sonne scheint warm auf sein Gesicht.
Aber schmecken kann man den Frühling noch nicht. Bis die Erdbeeren reif sind, dauert es noch lange.
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In meinem Garten ist über Nacht der Frühling erwacht.
Man kann ihn schon sehen. Schneeglöckchen stehen in dichten Reih'n.
Sie wecken die Vögel, die Wälder, die Büsche, die Wiesen und Felder, die ganze Welt und dich und mich.
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Leise zieht durch mein Gemüt Liebliches Geläute, Klinge, kleines Frühlingslied, Kling hinaus ins Weite.
Kling hinaus bis an das Haus, Wo die Blumen sprießen. Wenn du eine Rose schaust, Sag, ich laß sie grüßen.
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Gefunden Johann Wolfgang Goethe Ich ging im Walde So fü+r mich hin, Und nichts zu suchen, Das war mein Sinn.
Im Schatten sah ich Ein Blümchen stehn, Wie Sterne leuchtend, Wie Äuglein schön.
Ich wollt es brechen, Da sagt es fein: Soll ich zum Welken Gebrochen sein?
Ich grub's mit allen Den Würzlein aus, Zum Garten trug ich's Am hübschen Haus.
Und pflanzt es wieder Am stillen Ort; Nun zweigt es immer Und blüht so fort.
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Die Knospen knospen und sind schon wach, die Keine keimen noch schüchtern und schwach, die Weiden weiden das Gras ab am Bach.
Die Bäume baumeln (das ist ihre Pflicht), die Sträucher straucheln im Dämmerlicht, die Stämme stammeln ein Frühlingsgedicht.
Die Hecke heckt neue Streiche aus, der Rasen rast wie rasend ums Haus, Der Krokus kroküßt die Haselmaus.
Die Drossel erdrosselt den Regenwurm, das Rebschoß erschoß nachts die Reblaus im Turm, drum erlaubt sich das Laub noch ein Tänzchen im Sturm.
Er himmelt der Himmel ein Wölkchen an, es windet der Wind sich durch Löwenzahn, und bereits blättern Blätter im Sommerfahrplan.
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Die Kätzchen Vera Ferra-Mikura
Die Kätzchen, die ich meine, die schnurren nicht und murren nicht, die Kätzchen, die ich meine, die haben keine Beine, kein Schwänzlein, kein Gesicht.
Ihr Pelzchen glänzt wie Seide und lädt so fein zum Streicheln ein, ihr Pelzchen glänzt wie Seide da draußen auf der Weide im blanken Sonnenschein.
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Walter Mahringer
Morgens Sonne mittags Schnee und dann wieder Sturm o je einmal Regen plötzlich heiß so ein Wetter niemand weiß was der Unfug wirklich soll ist die Welt denn plötzlich toll Gott sei Dank weiß jedes Kind es ist der April der spinnt!
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In allem Frieden schlief abgeschieden hinter einer Hecke der Wind. Da hat ihn die Spitzmaus -wie Spitzmäuse sind- ins Ohr gezwickt.
Der Wind erschrickt, springt auf die Hecke fuchsteufelswild, brüllt, packt einen Raben beim Kragen, rast querfeldein ins Dorf hinein, schüttelt einen Birnbaum beim Schopf reißt den Leuten den Hut vom Kopf, schlägt die Wetterfahne herum, wirft eine Holzhütte um, wirbelt den Staub in die Höhe: wehe, der Wind ist los!
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Fröhlicher Regen Georg Britting
Wie der Regen tropft, Regen tropft an die Scheiben klopft! Jeder Strauch ist naß bezopft.
Wie der Regen springt! In den Blättern singt eine Silberuhr. Durch das Gras hin läuft, wie eine Schneckenspur, ein Streifen weiß beträuft.
Das stürmische Wasser schießt in die Regentonne, daß die überfließt, und in breitem Schwall auf den Weg bekiest stürzt Fall um Fall.
Und der Regenriese, der Blauhimmelhasser, Silbertropfenprasser, niesend faßt er in der Bäume Mähnen, laustvoll schnaubend in dem herrlich vielen Wasser.
Und er lacht mit fröhlich weißen Zähnen und mit kugelrunden, nassen Freudentränen.
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Am offenen Fenster bei Hagelwetter Himmlisches Eis sprang mir auf den Tisch, rund, silberweiß, schoß wie ein Fisch
weg von der Hand, die's greifen wollt, schmolz und verschwand. Blitzend wie Gold
blieb auf dem Holz nur ein Tropfen dem Blick. Mächtig die Sonne sog ihn zurück.
Georg Britting
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Es komnmt eine Zeit mit Regen mit Hagel mit Schnee. Mit Wind, der um die Ecke stürzt, der nimmt dem Mann den Hut vom Kopf. Ei, ruft der Mann, wo ist mein Hut? Ei, ruft der Hut, wo ist mein Mann? Und ist schon ganz weit oben. Der Hahn auf goldner Kirchturmspitz, der denkt: Ich seh nicht recht. Ein Hut ganz ohne Mann. Ein Hut, der auch noch fliegen kann und hat doch keine Flügel an. Der Mann steht klein und dunkel da. Der Wind ist längst vorbei.
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Der Regenbogen Josef Guggenmos
Ein Regenbogen, komm und schau; rot und orange, gelb, grün und blau.
So herrliche Farben kann keiner bezahlen, sie über den halben Himmel zu malen.
Ihn malte die Sonne mit goldener Hand auf eine wandernde Regenwand.
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