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 Gedichte 5
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Gedichtsammlung Teil 5 mit 12 Gedichten :

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Frühling

Christine Nöstlinger

 

Eines Morgends

ist der Frühling da.

Die Mutter sagt,

sie riecht ihn in der Luft.

 

Pit sieht den Frühling.

an den Sträuchern im Garten

sind hellgrüne Tupfen.

 

Anja hört den Frühling.

Neben ihr, auf dem Dach,

singen die Vögel.

 

Unten vor dem Haus

steigt Vater in sein Auto.

Er fühlt den Frühling.

Die Sonne scheint warm

auf sein Gesicht.

 

Aber schmecken

kann man den Frühling noch nicht.

Bis die Erdbeeren reif sind,

dauert es noch lange.

 

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Frühling  Hilga Leitner

    In meinem Garten

    ist über Nacht

    der Frühling erwacht.

     

    Man kann ihn schon sehen.

    Schneeglöckchen stehen

    in dichten Reih'n.

     

    Sie wecken die Vögel, die Wälder,

    die Büsche, die Wiesen und Felder,

    die ganze Welt

    und dich

    und mich.

 

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Frühlingslied   Heinrich Heine

     

    Leise zieht durch mein Gemüt

    Liebliches Geläute,

    Klinge, kleines Frühlingslied,

    Kling hinaus ins Weite.

     

    Kling hinaus bis an das Haus,

    Wo die Blumen sprießen.

    Wenn du eine Rose schaust,

    Sag, ich laß sie grüßen.

 

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Gefunden        Johann Wolfgang Goethe

    Ich ging im Walde

    So fü+r mich hin,

    Und nichts zu suchen,

    Das war mein Sinn.

     

    Im Schatten sah ich

    Ein Blümchen stehn,

    Wie Sterne leuchtend,

    Wie Äuglein schön.

     

    Ich wollt es brechen,

    Da sagt es fein:

    Soll ich zum Welken

    Gebrochen sein?

     

    Ich grub's mit allen

    Den Würzlein aus,

    Zum Garten trug ich's

    Am hübschen Haus.

     

    Und pflanzt es wieder

    Am stillen Ort;

    Nun zweigt es immer

    Und blüht so fort.

 

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Frühling            Hans Manz

     

    Die Knospen knospen und sind schon wach,

    die Keine keimen noch schüchtern und schwach,

    die Weiden weiden das Gras ab am Bach.

     

    Die Bäume baumeln (das ist ihre Pflicht),

    die Sträucher straucheln im Dämmerlicht,

    die Stämme stammeln ein Frühlingsgedicht.

     

    Die Hecke heckt neue Streiche aus,

    der Rasen rast wie rasend ums Haus,

    Der Krokus kroküßt die Haselmaus.

     

    Die Drossel erdrosselt den Regenwurm,

    das Rebschoß erschoß nachts die Reblaus im Turm,

    drum erlaubt sich das Laub noch ein Tänzchen im Sturm.

     

    Er himmelt der Himmel ein Wölkchen an,

    es windet der Wind sich durch Löwenzahn,

    und bereits blättern Blätter im Sommerfahrplan.

 

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Die Kätzchen       Vera Ferra-Mikura

 

Die Kätzchen, die ich meine,

die schnurren nicht und murren nicht,

die Kätzchen, die ich meine,

die haben keine Beine,

kein Schwänzlein, kein Gesicht.

 

Ihr Pelzchen glänzt wie Seide

und lädt so fein zum Streicheln ein,

ihr Pelzchen glänzt wie Seide

da draußen auf der Weide

im blanken Sonnenschein.

 

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April! April!

Walter Mahringer

 

Morgens Sonne

mittags Schnee

und dann wieder

Sturm o je

einmal Regen

plötzlich heiß

so ein Wetter

niemand weiß

was der Unfug

wirklich soll

ist die Welt denn

plötzlich toll

Gott sei Dank

weiß jedes Kind

es ist der April

der spinnt!

 

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Der Wind                Josef Guggenmos

     

    In allem Frieden

    schlief abgeschieden

    hinter einer Hecke

    der Wind.

    Da hat ihn die Spitzmaus

           -wie Spitzmäuse sind-

    ins Ohr gezwickt.

     

    Der Wind erschrickt,

    springt auf die Hecke

    fuchsteufelswild,

    brüllt,

    packt einen Raben

    beim Kragen,

    rast querfeldein

    ins Dorf hinein,

        schüttelt einen Birnbaum beim Schopf

        reißt den Leuten den Hut vom Kopf,

        schlägt die Wetterfahne herum,

        wirft eine Holzhütte um,

        wirbelt den Staub in die Höhe:

                  wehe,

             der Wind ist los!

 

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Fröhlicher Regen               Georg Britting

     

    Wie der Regen tropft, Regen tropft

    an die Scheiben klopft!

    Jeder Strauch ist naß bezopft.

     

    Wie der Regen springt!

    In den Blättern singt

    eine Silberuhr.

    Durch das Gras hin läuft,

    wie eine Schneckenspur,

    ein Streifen weiß beträuft.

     

    Das stürmische Wasser schießt

    in die Regentonne,

    daß die überfließt,

    und in breitem Schwall

    auf den Weg bekiest

    stürzt Fall um Fall.

     

    Und der Regenriese,

    der Blauhimmelhasser,

    Silbertropfenprasser,

    niesend faßt er in der Bäume Mähnen,

    laustvoll schnaubend in dem herrlich

    vielen Wasser.

     

    Und er lacht mit fröhlich weißen Zähnen

    und mit kugelrunden, nassen Freudentränen.
     

 

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Am offenen Fenster bei Hagelwetter

     

    Himmlisches Eis

    sprang mir auf den Tisch,

    rund, silberweiß,

    schoß wie ein Fisch

     

    weg von der Hand,

    die's greifen wollt,

    schmolz und verschwand.

    Blitzend wie Gold

     

    blieb auf dem Holz

    nur ein Tropfen dem Blick.

    Mächtig die Sonne

    sog ihn zurück.

     

    Georg Britting

 

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April            Elisabeth Borchers

 

Es komnmt eine Zeit

mit Regen

mit Hagel

mit Schnee.

Mit Wind, der um die Ecke stürzt,

der nimmt dem Mann den Hut vom Kopf.

Ei, ruft der Mann, wo ist mein Hut?

Ei, ruft der Hut, wo ist mein Mann?

Und ist schon ganz weit oben.

Der Hahn auf goldner Kirchturmspitz,

der denkt:

Ich seh nicht recht.

Ein Hut ganz ohne Mann.

Ein Hut, der auch noch fliegen kann

und hat doch keine Flügel an.

Der Mann steht klein und dunkel da.

Der Wind ist längst vorbei.

 

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Der Regenbogen            Josef Guggenmos

     

    Ein Regenbogen,

    komm und schau;

    rot und orange,

    gelb, grün und blau.

     

    So herrliche Farben

    kann keiner bezahlen,

    sie über den halben

    Himmel zu malen.

     

    Ihn malte die Sonne

    mit goldener Hand

    auf eine wandernde

    Regenwand.

 

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