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Gedichtsammlung Teil 6 mit 12 Gedichten :
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Kuckuck, kuckuck! Der Kuckuck schreit. Und hat vor Schreien keine Zeit, daß er aus hundert Halmen flicht ein hübsches Nest. Das macht er nicht.
Wie treibts der Kuckuck? Er ist schnell in aller Heimlichkeit zur Stell', schiebt in ein fremdes Nest sein Ei. Was draus wird, ihm ist's einerlei.
Sein Ei, ein andrer brütet's aus, und wird ein Kuckuck doch daraus. Ein Kuckuck, welcher schreit und schreit kuckuck die ganze Frühlingszeit.
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Die Stare kommen wieder von Süden übers Meer mit blitzendem Gefieder, und keiner weiß woher.
Verbrachten sie den Winter wohl an der Adria? Oder weit, weit dahinter im heißen Afrika?
Ich kann euch nicht verraten, wohin die Stare ziehn. Vielleicht in die Karpaten vielleicht nur bis Turin.
Die Stare sind inzwischen zurückgekehrt nach Haus. In Bäumen und in Büschen, da schwatzen sie sich aus.
Und wer von euch, ihr Kinder, das Starenlied versteht, der hört, wohin im Winter die Starenreise geht.
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Noch bläst der Wind von Böhmen her, von Grönland und vom Weißen Meer, Die Wolken gehen tief und schwer voll Schnee- soso!
Doch plötzlich sind die Stare da, die schwarzen, lachen laut: Haha, der Frühling kommt! Er ist ganz nah! Hehe! Hurra! Hoho!
Die Stare sind bestimmt nicht dumm, sie sind vergnügt und voll Gesumm, sie wissen ganz genau , warum: Der Wind dreht um! Sei froh!
Und kommt der Wind von Süden her, von Afrika, vom blauen Meer, dann ist das Leben nicht mehr schwer - es sein denn für den weißen Bär Im Zoo!
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Sieben kleine Meisen Hermann Claudius
Sieben kleine Meisen saßen auf dem Ast. Sieben kleine Meisen hielten kurze Rast. Sieben kleine Meisen gaben sich Bericht, sieben kleine Meisen. Ich verstand sie nicht. Sieben kleine Meisen flogen wieder fort in die blaue Weite. Und ich blieb am Ort. Liebe sieben Meisen kommt doch wieder her, liebe sieben Meisen und erzählt mir mehr!
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Wir wären nie gewaschen und meistens nicht gekämmt, die Strümpfe hätten Löcher und schmutzig wär das Hemd, wir äßen Fisch mit Honig und Blumenkohl mit Zimt, wenn du nicht täglich sorgtest, daß alles klappt und stimmt. Wir hätten nasse Füße und Zähne schwarz wie Ruß und bis zu beiden Ohren die Haut voll Pflaumenmus. Wir könnten auch nicht schlafen, wenn du nicht noch mal kämst und uns, bevor wir träumen, in deine Arme nähmst. Und trotzdem! Sind wir alle auch manchmal eine Last: Was wärst du ohne Kinder? Sei froh, daß du uns hast.
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Von allen Müttern auf der Welt ist keine, die mir so gefällt wie meine Mutter, wenn sie lacht, mich ansieht oder gar nichts macht. Auch wenn sie aus dem Fenster winkt und mit mir rodelt,mit mir singt und nachts in Ruhe bei mir sitzt, wenn's draußen wettert, donnert, blitzt, und wenn sie sich mit mir versöhnt, und wenn ich krank bin mich verwöhnt - ja, was sie überhaupt auch tut, ich mag sie immer, bin ihr gut.
Und hin und wieder wundert's mich, daß wir uns fanden - sie und ich.
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Essen kochen, Hosen flicken, Handschuh, Schal und Mütze stricken, berichtigen der Hausaufgaben, Ideen fürs Aufsatzschreiben haben, mit um die Diktate bangen, ausgeriss'ne Hamster fangen, Nasen putzen, welche tropfen, Stube kehren, Teppich klopfen, trotz Grippe nicht im Bett verweilen, Tränen trockenen ,Trost verteilen, schmusen, streicheln, zärtlich sein, Ärger, Unsinn, Streit verzeihn, schimpfen auch mal, das ist klar- Du machst alles wunderbar! Immerzu, tagaus, tagein, will ich dafür dankbar sein. Doch hast du einmal nachgedacht, wer zur Mutter dich gemacht, ohne mich, daß siehst du ein, könntest du nicht Mutter sein. Dann hättest du zwar wen'ger Plag, aber auch nicht Muttertag. Was hätt' der Tag dann für 'nen Sinn? Sei froh drum, daß dein Kind ich bin.
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und einen Löffel Lebertran. sprich Hunke-munke-mops dabei und mische einen dicken Brei.
Schmier dir die Nasenspitze ein, und stell dich in den Mondenschein. Und schwebst du nun nicht in die Nacht, dann hast du was verkehrt gemacht.
Max Kruse
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Wer kocht Pudding, und wer bürstet für dich deinen Dackelhund? Wer leidet mit, wenn du fällst?
Wer versteht, was du meinst? Wer weiß Rat für dich? Wer findet dein Zeugnis nicht fürchterlich? Wer tröstet dich, wenn du weinst?
Wer hört zu, wenn du fragst? Wer hält dich für schön? Wer läßt dich Blumen ins Zwiebelbeet sä'n? Wer mag den Freund, den du magst?
Wer erklärt dir die Welt? Wer lauscht, wenn du singst? Wer duldet, daß du Mäuse mitbringst? Wer träumt, du wirst ein Held?
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Löwenzahnsonnen- eine ganze Wiese voll. Das glüht und blüht wie toll. Es dauert nicht lange, das wachesen aus den Sonnen Köpfe im Silberhaar.
Ich spitze die Lippen und blase Die Pracht in den Wind der ganz sacht die Silberhaar hebt, rundum verweht und neue Löwenzähne sät.
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Windvogel, Pattevogel Karl Foltz
Windvogel, Windvogel, Lattenvogel, flieg! Flieg, mein Vogel, flieg geschwinde, wiege fröhlich dich im Winde, steige hoch, steige hoch, droben hoch zum Himmel!
Möcht so gerne mit dir fliegen, mich mit dir im Winde wiegen, droben hoch, droben hoch, droben hoch am Himmel!
Muß ich auch hier unten bleiben, du sollst mir die Zeit vertreiben, droben hoch, droben hoch am Himmel!
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Der Drachen ist ein komisches Geflügel. Er schaukelt überm Feld und überm Hügel. Das Kind macht ihn aus Florpapier und Stäben. Im Pustewind kann er sich hoch erheben.
Ein luftiger Schlawiner, fliegt er durch die Natur. Er flöge gern nach China, doch hängt er an der Schnur.
Er dreht sich mit den anderen im Tanze Sie wedeln ungeheuer mit dem Schwanze. Sie sind des Herbstes hochwillkommne Boten. Am allerliebsten mag das Kind die roten.
Der Himmel ist voll Tupfen, die du oft kaum noch siehst. Das Kind bekommt den Schnupfen und geht nach Haus und niest.
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