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 Gedichte 7
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Gedichtsammlung Teil 7 mit 10 Gedichten :

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    November       Elisabeth Borchers

     

    Es kommt eine Zeit,

    da lassen die Bäume

    ihre Blätter fallen.

    Die Häuser rücken enger zusammen.

    Aus dem Schornstein kommt Rauch.

     

    Es kommt eine Zeit,

    da werden die Tage klein

    und die Nächte groß,

    und jeder Abend hat

    einen schönen Namen.

     

    Einer heißt Hänsel und Gretel.

    Einer heißt Schneewittchen.

    Einer heißt Rumpelstilzchen.

    Einer heißt Katherlieschen.

    Einer heißt Hans im Glück.

    Einer heißt Sterntaler.

     

    Auf der Fensterbank

    im Dunkeln,

    daß ihn keiner sieht,

    sitzt ein kleiner Stern

    und hört zu.

 

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    Der Nebel         Wolfgang Bächler

     

    Der Nebel ist unersättlich.

    Er frißt alle Bäume, die Häuser,

    die parkenden Autos,

    die Sterne, den Mond.

    Der Nebel rückt näher,

    unförmig gemästet,

    wird dicker und dicker,

    drückt gegen die Mauer,

    leckt an den Fenstern mit feuchter Zunge,

    mit grau belegter,

    frißt alles,

    frißt dich.

 

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Rauhreif.........Josef Guggenmos

     

    Es kam zu uns ein stiller Herr,

    der liebe Herr November.

    War mancher da,

    der lauter war,

    den froher wir begrüßten.

    Wir hatten ihm nichts zugetraut,

    dem stillen Herrn November,

    da zeigte sich,

    er konnte was,

    er konnte das Verzaubern.

    Er machte jeden Halm, den Wald,

    den Stacheldraht, die Zäune,

    er machte uns

    die ganze Welt

    zu einem Rauhreif- Märchen.

 

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Karneval.........Wolfgang Menzel

     

    Verrückt geht's zu im Karneval!

    Ein jeder lacht und singt

    und ist nicht mehr so ganz normal

    und hat sich bunt geschminkt,

     

    hat sich verkleidet und verziert

    und tanzt und springt und schwebt,

    hat sich vermummt und sich maskiert

    - und Nasen angeklebt.

     

    Die Maske grinst, die Fratze lacht,

    die Klatsche um sich haut,

    die Flöte piept, die Pauke kracht,

    die Rasseln scheppern laut.

     

    Ein Hase tanzt mit einem Schwein,

    drei Geister tanzen Ringelreihn,

    ein Engelchen tanzt mit Piraten,

    die Hexe tanzt mit Akrobaten.

     

    Ein wilder Kerl tanzt mit Vampiren,

    ein Esel hüpft auf allen vieren,

    ein Hahn tanzt mit 'nem Känguruh,

    ein Monster macht Musik dazu.

     

    Es tanzt die Fee, der Astronaut,

    der Teufel mit der Räuberbraut,

    die Katze tanzt mit Mickey Mouse..

    Wer noch mit wem tanzt? -Denk dir's aus!

 

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Pinguinträume

     

    Am Südpol auf dem blanken Eis

    spaziert ein Pinguin im Kreis.

    Er legt mit träumerischen Blicken

    die Flossen langsam auf den Rücken

    und wandelt weiter, überlegend,

    warum es wohl in dieser Gegend

    (was ihn betrübt)

    nichts Grünes gibt.

     

    Er wünscht sich saftig grüne Wiesen,

    auf denen üppig Blumen sprießen.

    Da plötzlich schmelzen Eis und Schnee,

    und Kräuter, Gras und grüner Klee

    und tausend bunte Blumen blühn

    um den erstaunten Pinguin,

    der sich verdutzt

    die Augen putzt.

     

    Er ruft: Juhu und wirft sich auch

    ins grüne Polster auf den Bauch.

    ach, denkt er, was für schöne Dinge!

    Jetzt fehlen nur noch Schmetterlinge!

    Kaum, daß er diesen Wunsch getan,

    fängts ringsherum zu flattern an.

    Schon sind -hurra-

    die Falter da!

     

    Da hat er nun -lang hingestreckt-

    seltsame Wünsche ausgeheckt;

    Er wünscht sich himmelblaue Rosen

    und gelbgestreifte Herbstzeitlosen.

    Sogar Kakteen, stachlig wild,

    und jeder Wunsch wird ihm erfüllt.

    Da wird er kühn,

    der Pinguin!

     

    Er wünscht sich apfelgroße Fliegen

    und sieben Meter lange Ziegen

    und Löwen, größer als ein Schrank,

    und Schlangen, kilometerlang.

    Zum Schluß wünscht er sich einen Wal,

    entsetzlich groß und kolossal.

    Doch da -o Schreck-

    ist alles weg.

     

    Die Wiese fressen ab die Fliegen,

    die Fliegen werden von d n Ziegen

    gefressen, und den Ziegenhauf,

    den fressen alle Löwen auf.

    Die Löwen sterben durch die Schlangen.

    Jedoch die Schlangen, all die langen,

    die frißt der Wal

    mit einemmal.

     

    Der Wal, der plumpst zurück ins Meer.

    Und nun ist alles wie vorher.

    Der Pinguin, halb schwarz, halb weiß,

    spaziert im Kreis wohl auf dem Eis

    und denkt sich so beim Kreis-Beschreiben:

    Man muß sich halt die Zeit vertreiben,

    der eine so,

    der andre so!

 

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    Geisterverse

     

    Dem Geist erschien ein Gummibär

    und fragte ihn, wie spät es wär.

     

    Dem Geist erschien ein Murmeltier,

    das schlief bis nachmittags um vier.

     

    Dem Geist erschien ein Elefant,

    worauf der Geist im Schrank verschwand.

     

    Dem Geist erschien ein Krokodil,

    worauf der Geist in Ohnmacht fiel.

     

    Dem Geist erschien ein Känggguruh

    ein Trameltier

    ein Gockelhahn

 

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    Rote Tomaten           Ute Andresen

     

    Rote Tomaten

    und rote Radieschen,

    rote Schuhe

    für mich und Lieschen,

    rote Spangen

    in meinem Haar..

    Rot finde ich

    einfach wunderbar.

     

    Gelbe Mimosen

    und gelbe Zitronen,

    gelbe Kerne

    in Honigmelonen,

    gelbe Bänder

    in meinem Haar...

    Gelb finde ich einfach wunderbar.

     

    Grüne Gurken

    und grüne Bäume

    grüne Wiesen

    voll grüner Träume,

    grüne Blätter

    in meinem Haar..

    Grün finde ich einfach wunderbar.

     

    Blaue Trauben

    und blaues Papier,

    blauer Himmel hoch über mir,

    blaue Vergißmeinnicht

    in meinem Haar...

    Blau finde ich einfach wunderbar.

     

    Goldene Ringe

    und goldene Worte,

    goldene Zahlen

    auf einer Torte,

    goldene Sonne

    in meinem Haar...

    Gold finde ich einfach wunderbar

     

 

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Am Tage von Sankt Barbara

     

    Am Tage von Sankt Barbara,

    da geht das Jahr zur Neige.

    Dann trag ins Haus, von fern und nah,

    die kahlen Kirschbaumzweige!

     

    Am Tage von Sankt Barbara

    stell Zweige in die Zimmer!

    Dann lacht zur Weihnacht, hier und da,

    ein weißer Blütenschimmer.

     

    James Krüss

 

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Die drei Spatzen

     

    In einem leeren Haselstrauch

    da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.

     

    Der Erich rechts und links der Franz

    und mitten drin der freche Hans.

     

    Sie haben die Augen zu, ganz zu,

    und obendrüber, da schneit es, hu!

     

    Sie rücken zusammen dicht an dicht.

    So warm wie der Hans hat's niemand nicht.

     

    Sie hör'n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.

    Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.

     

    Christian Morgenstern

 

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Meine liebe Mutter du,

    ich will dir Blumen schenken.

    Was ich dir sagen will dazu,

    das kannst du dir schon denken:

     

    Ich wünsch dir Glück und Fröhlichkeit,

    die Sonne soll dir lachen!

    So gut ich kann und allezeit

    will ich dir Freude machen.

     

    Denn Muttertage, das ist wahr,

    die sind an allen Tagen.

    Ich hab dich lieb das ganze Jahr!

    Das wollte ich dir sagen.

     

    Ursula Wölfel

 

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