Material zu: “Ich und meine Freunde”

Texte:

Warum sich Raben streiten        Frantz Wittkamp

Weißt du, warum sich Raben streiten?
Um Würmer und Körner und Kleinigkeiten,

um Schneckenhäuser und Blätter und Blumen
und Kuchenkrümel und Käsekrumen,

und darum, wer recht hat und unrecht, und dann
auch darum, wer schöner singen kann.

Mitunter streiten sich Raben wie toll
darum, wer was tun und lassen soll,

und darum, wer erster ist, letzter und zweiter
und dritter und vierter und so weiter.

Raben streiten um jeden Mist.
Und wenn der Streit mal zu Ende ist,

weißt du, was Raben dann sagen?
Komm, wir wollen uns wieder vertragen!

Ich     Jürgen Spohn

Ich stehe
manchmal
neben mir
und sage
freundlich
DU zu mir
und sag
DU bist
ein Exemplar
wie keines
jemals
vor dir war
DU bist
der Stern
der Sterne
Das hör ich
nämlich gerne

Lückenbüßer        Regina Schwarz

Bei Jörg ist das so:
Ist der Marc bei ihm,
dann lässt er mich stehn,
und ich kann nach Hause gehen.

Ist der Sven bei ihm,
dann lässt er mich stehn,
und ich kann nach Hause gehen.

Ist die Silke bei ihm,
dann lässt er mich stehn,
und ich kann nach Hause gehen.

Ist Jörg aber allein,
dann sagt er. „Komm rein!“

Petra                 Marianne Kreft

Das macht Petra, wenn sie sich
mit Steffen an-freundet:
Sie lächelt Steffen an.
Sie legt ihren Arm um Steffen.
Sie hält Steffen an der Hand.
Sie macht Steffen  den Ranzen zu.
Sie setzt sich ganz nah zu Steffen.

Das macht Petra, wenn sie sich
von Steffen  ab-freundet:
Sie dreht Steffen den Rücken zu.
Sie guckt Steffen bös an.
Sie streckt Steffen die Zunge raus.
Sie lacht Steffen aus.

Kicherfritzen                              Erich Kästner

Habt ihr das schon mal gemacht:
ohne jeden Grund gelacht?
Na wie steht's? Ich glaube sicher,
dass ihr dieses Lachen kennt,
das man allgemein Gekicher
nennt.

Wie entsteht so etwas bloß?
Es entsteht nicht. Es geht los.
Eben noch tat keiner mucksen.
Fritz beginnt herumzudrucksen.
Paul hat sich parterre gesetzt,
denkt nichts Böses, hört sie juxen
und bekichert sich zuletzt.

Schließlich platzen sie vor Lachen.
Und sie meckern wie die Ziegen,
bis sie fast am Boden liegen.
Und sie finden es zu dumm.
Doch da lässt sich gar nichts machen,
und sie meckern und sie lachen,
und sie wissen nicht warum.

Keiner sieht den andern an,
denn sonst würde es noch schlimmer.
Und das Kichern wird Gewimmer.
Mutter sitzt im Nebenzimmer
und bleibt ernst, so gut sie kann.
Kichern strengt genauso an
wie ein Tausend-Meter-Lauf.

Und so leise, wie's begann,
hört es auf.

Der Sperling und die Schulhofkinder              James Krüss

Ein Sperling, der von ungefähr
zu einem Schulhof kam,
erstaunte über das, was er
auf diesem Hof vernahm.

Ein Mädchen sprach zu Meiers Franz:
„Du alter Esel du!"
Da sprach der Franz: „Du dumme Gans
bist eine blöde Kuh!"

Der Walter sprach zum dicken Klaus:
„Mach Platz, du fetter Ochs!"
Da rief der Klaus: „Du fade Laus,
pass auf, dass ich nicht box!"

Zum Peter sprach Beate nun:
„Du Affe, geh hier weg!"
Da rief der Peter: „Dummes Huhn,
ich weiche nicht vom Fleck!"

Der Sperling meint er hör nicht recht.
Es tönte allenthalb:
„Du Schaf! Du Floh! Du blöder Hecht!
Du Hund! Du Schwein! Du Kalb!"

Der kleine Sperling staunte sehr.
Er sprach: „Es schien mir so,
als ob ich auf dem Schulhof wär;
doch bin ich wohl im Zoo!"

Wir             Irmela Brender

Ich bin ich und du bist du.
Wenn ich rede, hörst du zu.
Wenn du sprichst, dann bin ich still,
weil ich dich verstehen will.
Wenn du fällst, helf' ich dir auf,
und du fängst mich, wenn ich lauf.
Wenn du kickst, steh ich im Tor,
pfeif ich Angriff, schießt du vor.

Spielst du pong, dann spiel ich ping,
und du trommelst, wenn ich sing.
Allein kann keiner diese Sachen,
zusammen können wir viel machen.

Ich mit dir und du mit mir-
das sind wir.

Streiten muss sein! 

Streiten muss sein! Nein, nein!
Streiten macht frei! Es ist bloß Geschrei!
Streiten tut gut! Es steigert die Wut!
Streiten mach Spaß! Es erzeugt Hass!
Streiten ist fein! Streit ist gemein!

Und was machen die beiden?

Sie streiten!

 Irmela Brender

Wann Freunde wichtig sind        Georg Bydlinski

Freunde sind wichtig
zum Sandburgen-Bauen,
Freunde sind wichtig,
wenn andre dich hauen.

Freunde sind wichtig
zum Schneckenhaus-Suchen,
Freunde sind wichtig
zum Essen von Kuchen.

Vormittags, abends,
im Freien, im Zimmer..
Wann Freunde wichtig sind?
Eigentlich immer!

Jederzeit              Jürgen Spohn

Komm mich
mal besuchen
Ich back dir
einen Kuchen
Ich zeig dir
meinen Leberfleck
und puste
deine Sorgen weg
so, wie du bist
lass ich dich sein
und klopfst du an
lass ich dich ein

Ich und du          Siggi Gsell

Ich
Ich sehe
Ich sehe, du bist
Ich sehe, du bist allein.

Du
Du weißt
Du weißt nicht, dass ich
Du weißt nicht, dass ich auch
Du weißt nicht, dass ich auch allein bin.

Wir
Wir beide
Wir beide können
Wir beide können viel zusammen tun.

Zufall         Julius Becke

Wenn statt mir jemand anderer
auf die Welt gekommen wär'.
Vielleicht meine Schwester
oder mein Bruder
oder irgendein fremdes blödes Luder-
wie wär' die Welt dann,
ohne mich?
Und wo wäre denn dann ich?
Und würd mich irgendwer vermissen?
Es tät ja keiner von mir wissen.
Statt mir wäre hier ein ganz anderes Kind,
würde bei meinen Eltern leben
und hätte mein Spielzeug im Spind.
Ja, sie hätten ihm sogar
meinen Namen gegeben!

 

leseseiten
Aliki: Gefühle sind wie Farben Beltz und Gelberg Wie ist es, wenn man sich freut oder wenn man eine richtig dicke Wut hat? Und wenn man einsam ist oder neu in eine Klasse kommt? Aliki hat lauter Alltagsszenen gezeichnet, die eigene Gefühle zeigen und erklären, was andere fühlen. Wie ist es, wenn einer neidisch ist oder ganz einsam oder wenn er furchtbar traurig ist? Und wenn man schüchtern in eine neue Klasse kommt? Gefühle, die man hat und die andere haben, werden hier farbig geschildert. Auch das allerschönste Gefühl gehört natürlich dazu - die Liebe. Alikis Spielszenen aus dem Alltag vermitteln Verständnis für eigene und fremde Gefühle. Ein Bilderbuch zum Mitfühlen und Mitfreuen
Mirjam Pressler , Der fremde Hof in Spielen und Lernen 5/89und in Leselöwen trau-dich-Geschichten
Gunilla Bergström,Willi Wiberg spieelt doch nicht mit Mädchen in: spielen und lernen 11/89

 

Kunst und Musik:

Links: Wie auf der Seite selbst schon bemerkt: Eine Seite zum Träumen, dem ist nichts hinzuzufügen! members.tripod.de/kleineprinz/