Material zum Thema: Winterfeste der Religionen

Metin erzählt
Metin ist 9 Jahre alt. Er ist Muslim. Er erzählt: "Ich glaube an Allah. Das ist ein arabisches Wort und heißt einfach: 'Gott'.Unser Gott hat die Menschen gern. Immer wieder hat er Propheten und Gesandte geschickt, die den Menschen von seiner Freundlichkeit und Barmherzigkeit erzählten. Wir Muslime verehren Adam, Abraham, Mose, Jesus und andere Männer als Gesandte Gottes.
Am wichtigsten für uns ist der Prophet Mohammed. Er wurde vor 1500 Jahren in der Stadt Mekka geboren, die heute in Saudi-Arabien liegt. Als Mohammed 40 Jahre alt war, ging er immer häufiger in die Wüste zum Beten. Eines Nachts erschien ihm dort Gabriel, der Engel Gottes. Immer wieder bekam Mohammed solche Offenbarungen. Er ließ sie aufschreiben.
Mohammed hat uns also Gottes Koran gebracht. Koran ist arabisch und bedeutet: 'Lesung'. Im Koran gibt es Geschichten über Gottes Schöpfung. Er enthält Vorschriften über unseren Glauben, die Gebete, das Fasten. Er hat 114 Kapitel, sie werden Suren genannt. Ich kenne viele, die jeden Tag ein Stück aus dem Koran lesen. Einige kennen ihn sogar ganz auswendig.
Für unseren Glauben sind die fünf Pflichten wichtig. Sie sind die Grundlagen unserer Religion: 1. Wir sprechen mehrmals am Tag unser Glaubenszeugnis. 2. Wir beten fünf Mal am Tag zu festgelegten Zeiten. 3. Wir helfen den Armen durch die Pflichtabgabe. 4. Wir fasten im Monat Ramadan. 5. Wir unternehmen eine Pilgerfahrt nach Mekka.
Mehmet erzählt vom Zuckerfest
Der türkische Junge Mehmet aus Gelsenkirchen freut sich, wenn das Zuckerfest auf einen Sonntag fällt. Er erzählt, wie seine Familie das Zuckerfest feiert: "Endlich können wir das Fest in Deutschland richtig feiern. Denn wenn das Fest auf einen Arbeitstag fällt, merken wir kaum, dass es den Festtag überhaupt gibt. (...) Meine Eltern wohnen seit 20 Jahren in Deutschland. Es gefällt uns gut hier, nur am Ramadanfest erzählen meine Eltern voller Heimweh von der Türkei. Sie berichten davon, dass alle Verwandten und Nachbarn sich bereits während des ganzen Fastenmonats Ramazan auf das Ramadanfest freuen. In der türkischen Sprache heißt der Fastenmonat übrigens Ramazan, in der deutschen Sprache wird er meist Ramadan genannt.
Mein Vater hat einige Arbeitskollegen, deren Familien in der Türkei wohnen, zu uns nach Haus eingeladen. Auch werden uns die Schwester meines Vaters und ihr Mann besuchen.
Heute müssen meine Eltern (...) noch viel arbeiten. Denn es gilt das Festmahl vorzubereiten. Von allem wird nur das beste, und das reichlich aufgetischt. Wir werden viele süße Speisen essen, um so das Ende der Fastenzeit zu feiern. Deshalb nennen wir das Ramadanfest auch Fest des Fastenbrechens oder das Zuckerfest. Meine Eltern haben uns neue Kleider gekauft, die wir morgen zum ersten Mal anziehen. Sie selber haben ihre Festtagskleidung hervorgeholt.
Meine Mutter hat das Badezimmer vorbereitet. Denn vor einem hohen Festtag waschen wir Muslime uns immer gründlich den ganzen Körper. Gott will es, dass wir nur dann zu ihm beten, wenn wir ganz sauber sind.
Wahrscheinlich werde ich vor Aufregung die ganze Nacht nicht schlafen können. Denn morgen früh wird mich mein Vater wecken, gemeinsam werden wir in die Moschee gehen. Ich werde dann aufstehen und mich noch einmal gründlich waschen. Meine Eltern und meine türkische Lehrerin haben mir beigebracht, dass wir Muslime nur ganz sauber in die Moschee gehen dürfen, denn dann stören wir die anderen Gläubigen nicht durch unseren Körpergeruch. Da meine Mutter und meine Schwester nicht verpflichtet sind, zum Gebet in die Moschee zu gehen, werden sie zu Hause bleiben und die letzten Vorbereitungen für das Festessen treffen. Mein Vater hat mir genau erklärt, was in der Moschee geschieht:
Wahrscheinlich werden morgen so viele Gläubige in die Moschee kommen, dass einige draußen vor der Tür bleiben müssen, weil der Betraum zu klein ist. Die meisten werden kleine Teppiche mitbringen, die sie dann vor sich ausbreiten, um auf dem Teppich zu sitzen und zu beten. Der Imam wird predigen und dabei auch erklären, wie man beten soll. Er wird zunächst arabische Texte aus dem Erhabenen Koran und auch türkische Texte lesen und diese Texte in türkischer Sprache erläutern. Anschließend fahren wir mit der ganzen Familie zum Friedhof, wo ein Bruder meiner Mutter auf dem muslimischen Teil begraben liegt. Er hat sein Leben bei einem Arbeitsunfall verloren.
Danach werden wir zu Hause zusammen mit allen Gästen das große Festessen beginnen. (aus: Landesinstitut für Schule und Weiterbildung. Gemeinsam feiern. Essen und Trinken im Judentum, Christentum und Islam. Soest, 1994, S, 31.)
Dan erzählt
Dan erzählt vom Chanukka
Dan erzählt weiter: "Wenn ihr Advent feiert, haben wir unser Chanukka-Fest. Es ist auch ein Lichterfest. Auch wir zünden der Reihe nach Kerzen an, aber bei uns sind es acht Kerzen. Jeden Abend, kurz nach Sonnenuntergang eine, bis schließlich alle acht Kerzen brennen.
Der Grund für dieses Fest ist über 2000 Jahre alt. Der syrische König wollte damals durchsetzen, dass alle Bewohner seines Reiches, auch die Juden, die griechischen Götter verehren. Der syrische König ließ viele Synagogen zerstören und verwüsten. Einige Juden leisteten Widerstand und wehrten sich erfolgreich. Die Juden erhielten ihre Tempel zurück. Sie reinigten den Tempel und wollten ihn wieder einweihen. Dabei sollte dann auch der Leuchter wieder angezündet werden. Es war aber nur noch ein kleiner Krug Öl, mit dem Leuchter brennen sollte, vorhanden. Dies reichte höchstens für einen Tag. Trotzdem brannten die Flammen des Leuchters ganze acht Tage lang.
Zur Erinnerung an dieses Wunder entzünden wir jeden Abend eine weitere Kerze, bis alle acht Kerzen brennen. Ich habe einen eigenen Chanukkaleuchter. Wir beschenken uns auch gegenseitig. Wir spielen mit einem würfelförmigen Kreisel, der Trendel heißt. In die Seitenflächen des Würfels sind vier Buchstaben auf hebräisch, dass ist die Kirchensprache der Juden, eingeritzt.
Anna erzählt vom Christentum
Anna ist 10 Jahre alt. Sie ist evangelische Christin. Sie erzählt: "Ich glaube an Gott, der die Welt erschaffen hat. Er hat seinen Sohn Jesus zu den Menschen geschickt. Christus ist der Ehrentitel für Jesus. Ich glaube, dass Gott uns nach dem Tod wieder auferweckt und dass er uns seinen heiligen Geist geschickt hat, damit wir nach seinem Vorbild leben können.
Jesus war Jude und hat vor 2000 Jahren im heutigen Israel gelebt. Er ist am Kreuz gestorben, aber wir glauben daran, dass er wieder auferstanden ist.
Unser heiliges Buch ist die Bibel. Sie besteht aus dem Alten- und dem Neuen Testament. Was bei uns 'Altes Testament' heißt, ist auch die Bibel der Juden. Im Neuen Testament berichten die Apostel (Begleiter Jesus) von Jesus Leben und sie enthalten Briefe der Apostel.
Unser schönstes Fest ist Weihnachten. Aber genauso wichtig sind der Karfreitag und Ostern. Am Karfreitag denken wir an die Kreuzigung Jesus, an Ostern feiern wir die Auferstehung. Danach folgt das Pfingstfest. Am Pfingstfest trafen sich die Freunde von Jesus und Gott schickte sie in alle Welt um den anderen Menschen von Jesus zu erzählen.
Ich bin evangelisch. Es gibt aber auch katholische und orthodoxe Christen. Diese Richtungen haben sich vor langer Zeit getrennt, weil sie sich nicht über bestimmte Glaubensfragen einigen konnten.
Wir beten in der Kirche. Wir haben einen Altar mit Kerzen und Blumen und eine Kanzel. Katholische und evangelische Kirchen sehen vor allem von innen unterschiedlich aus. In katholischen Kirchen stehen auch noch Heiligenfiguren. Katholische und orthodoxe Kirchen sind mehr geschmückt als evangelische Kirchen.'
Die großen Religionen auf der Welt
Judentum Christentum Islam Hinduismus Buddhismus
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Links

Weihnachten in nordischen Ländern, Chanukka und Seker Bayramiwerden hier vorgestellt.
Über die Gemeinsamkeiten des jüdischen Chanukaa und des christlichen Weihnachtsfestes wird auf der Site von Kirchenmusik Köln nachgedacht.
Die jüdischen Feiertage und ihre Herkunft kann man hier nachlesen.
Einen internationalen Kalender 2001 und 2002 stellt die Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererländern zur Verfügung. Hier finden sich auch verschiedene religiöse Feste.
Die fünf Säulen des Islam stellt der Bayrische Rundfunk online vor. Hier finden sich auch Arbeitsblätter, weitere Literaturempfehlungen, sowie didaktische Anmerkungen.
Umfassende Informationen über den Islam gibt der Zentralrat der Muslime.

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Klappentext: Monika und Udo Tworuschka erläutern in einfacher, kindgerechter Sprache die großen Religionen Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus, so daß auch Erwachsene mit Gewinn in diesem informativen Sachbuch lesen können. Mit vielen Illustrationen lernen Kinder die Religionsstifter, die entscheidenden Symbole der Religionen, die heiligen Stätten, Bücher und die jeweiligen Bräuche kennen.
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Ein Sachbuch, in dem schon für die Kleinen der Weltreligionen gut dargestellt werden, ohne allzu sehr zu vereinfachen!
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Kurzbeschreibung In diesem Buch erzählen sieben Kinder von ihrem Glauben: der Sioux-Indianer Tokahe aus Nordamerika, Ritoo, die Hindu aus Indien, der Buddhist Kazuyoshi aus Japan, die Jüdin Yardena aus Israel, Arne, der christliche Junge aus Deutschland, Aishe, türkische Muslima, und Kofi vom Stamm der Bassar in Togo. Erzählende und inhaltsreiche Texte für junge Leser zwischen 8 und zwölf Jahren. Ergänzend sind typische Gebete oder Mythen der Religionen aufgenommen, dazu Karten, Foto und Symbole. ein Lese- und Sachbuch, das einfühlsam einlädt, fremde Glaubenswelten zu entdecken.
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Kurzbeschreibung: Die fünf großen Religionsgemeinschaften de Erde sind das Thema dieses Bandes: Judentum, Christentum. Islam, Hinduismus und Buddhismus. Sachlich und vorurteilsfrei stellt das Autorenteam die verschiedenen Glaubensrichtungen vor, erklärt Besonderheiten, Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Der Leser erfährt, welchen Gott oder Götter die Menschen verehren, welche religiösen Feste und Bräuche es gibt und wo die Religionen ihren Ursprung haben. Dieses Buch wirbt vor allem für Toleranz: Glaube kann viele Erscheinungsformen und Gesichter haben - die Grundidee, die Suche nach dem Sinn des Lebens und der Umgang mit den Mitmenschen, ist immer dieselbe.