Material zu “Tiere im Winter”

Texte:

Der Winter               Peter Hacks

Im Winter geht die Sonn'
Erst mittags auf die Straße
Und friert in höchstem Maße
Und macht sich schnell davon.

Ein Rabe stelzt im Schnee
Mit graugeschneitem Rücken,
In seinen Fußabdrücken
Sieht man jeden Zeh.

Der Winter ist voll Grimm.
Doch wenn die Mutter Geld hat
Und viel Briketts bestellt hat,
Dann ist er nicht so schlimm.

Die drei Spatzen Christian Morgenstern

In einem leeren Haselstrauch
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.

Der Erich rechts und links der Franz
und mitten drin der freche Hans.

Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber, da schneit es, hu!

Sie rücken zusammen dicht an dicht.
So warm wie der Hans hat's niemand nicht.

Sie hör'n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.

 

Die Vögel warten im Winter vor dem Fenster   Bertolt Brecht

Ich bin der Sperling.
Kinder, ich bin am Ende.
Und ich rief euch immer im vergangenen Jahr,
wenn der Rabe wieder im Salatbeet war.
Bitte um eine kleine Spende.

Sperling, komm nach vorn.
Sperling, hier ist dein Korn.
Und besten Dank für die Arbeit!

Ich bin der Buntspecht.
Kinder, ich bin am Ende.
Und ich hämmere die ganze Sommerzeit,
all das Ungeziefer schaffe ich beiseit.
Bitte um eine kleine Spende.

Buntspecht, komm nach vorn.
Buntsprecht, hier ist dein Wurm.
Und besten Dank für die Arbeit!

Ich bin die Amsel.
Kinder, ich bin am Ende.
Und ich war es, die den ganzen Sommer lang
früh im Dämmergrau in Nachbars Garten sang.
Bitte um eine kleine Spende.

Amsel, komm nach vorn.
Amsel, hier ist dein Korn.
Und besten Dank für die Arbeit!

Das Gewicht der Schneeflocke    (Frederik Vahle)

"Es schneit", sagte der Wolf."Was du nicht sagst, Gevatter", brummte der Bär."Mehr als tausend Schneeflocken",sagte der Fuchs, "aber auf meinem Pelz spüre ich sie überhaupt nicht!""Sie schmelzen auf meiner Hasennase",sagte der Hase, und dann fügte er noch nachdenklich hinzu:"Man spürt sie nicht. Doch haben sie ein Gewicht!""Eine Schneeflocke wiegt weniger als nichts", knurrte der Wolf."Und sie hat keine Kraft", brummte der Bär. "Aber sie wiegt doch etwas, und sie hat auch Kraft", sagte der Hase.Die Tiere gerieten in Streit, ob eine Schneeflocke etwas wiegt oder nicht."Wir wollen die Schneeflocken zählen, die da auf den alten dicken Ast fallen", sagte der Hase. "Da wird man ja sehen, ob eine Schneeflocke Gewicht hat."Der Bär und der Wolf lachten so laut, dass es durch den ganzen Wald schallte. Aber weil sie gerade nichts Besseres zu tun hatten, zählten sie mit. Eins..zwei.. drei.. vier..fünf .. sechs.. sieben... Als sie bei zweitausendachthundertsiebenundsechzig angekommen waren, sagte es plötzlich "Krach", und der dicke, mächtige Ast brach ab.
"Der Hase hat recht", knurrte der Wolf, und sogar der Bär wunderte sich über die Kraft der Schneeflocken.

Beobachtung

Zarte, feine
klitzekleine
Spuren findest du im Schnee?
Zarte, feine
klitzekleine
Spuren - die sind nicht vom Reh!

Diese krickel
krackel Grüße
schrieb ein andrer Gast hierher:
Zickel Zackel
Vogelfüße-
schau: Dort sind schon keine mehr.

Denn nun eben
fast im Schweben
hüpfte, pickte er im Lauf-
und mit einem Sprunge,
Schwunge
flog er zu den Wolken auf.   Max Kruse


Das Eichhörnchen
Wenn im Winter die Temperaturen sinken und es lausig kalt wird, schlüpfen wir Menschen in warme Wollpullis, kuscheln uns an die Heizung und sind froh, dass wir in der gemütlichen Stube sitzen können. Bestimmt hast du dann bei einem Blick aus dem Fenster auch schon mal Mitleid bekommen und gedacht: Die armen Tiere müssen jetzt aber draußen in der Kälte frieren! Aber keine Angst, sie bekommen nicht gleich das große Zittern. Die Natur hat es so eingerichtet, dass ihnen Frost, Eis und Schnee nichts ausmachen. Sie müssen im Winter nicht verhungern. Klettermaxen haben schwer zu tun: Das Eichhörnchen sorgt für die eisigen Tage schon im Herbst vor. Lange bevor der erste Schnee fällt, hortet es riesige Wintervorräte. Etwa 10.000 Eicheln, Nüsse und Tannenzapfen buddelt es dann ein. So viele Verstecke muss es anlegen, damit es wenigstens einige wiederfindet. Die kleinen Nager sind nämlich total vergesslich. Bei der Suchaktion sind sie allerdings klüger. Speisekammern, die sie bereits geleert haben, markieren sie mit einer Duftnote. Dann wissen sie beim nächsten Mal: Hier gibt es nichts mehr zu knabbern! Minustemperaturen machen Eichhörnchen zu Stubenhockern. Dann verschläft es etwa 22 Stunden des Tages in seinem kleinen Baumnest, Kobel genannt. Den Kobel hat es sich aus Blättern, Moos und Zweigen angelegt und hält darin eine so genannte Winterruhe. Das heißt: Herzschlag und Körpertemperatur sind beinahe unverändert, es schränkt nur seine Bewegungen ein und spart dabei seine Energien. Und damit es nicht frieren muss, deckt es sich mit seinem buschigen Schwanz zu.
Bei Walt Disney überwintern A-Hörnchen und B-Hörnchen gemeinsam und sind die dicksten Freunde. In Wirklichkeit aber sind Eichhörnchen sture Einzelgänger. In ihrem Winterquartier wohnen sie als Single.

Im Winter wird nicht gequakt!

Grasfrösche leben in feuchten Wiesen, Gräben und dichten Gebüschen. Sie jagen nach Insekten, Regenwürmern und Schnecken. Frösche atmen nicht nur über die Lungen wie wir, sondern auch über die Haut und die Mundhöhle.Der Grasfrosch ist wie alle Amphibien wechselwarm. Das bedeutet, dass die Körpertemperatur des Frosches ungefähr der Außentemperatur entspricht. Wird es zum Winter hin kälter, bewegt er sich langsamer. Er verkriecht sich unter Baumstämmen oder in Mäuselöchern oder im Schlamm der Laichgewässer. Hier überdauert er die kalte Jahreszeit regungslos in der Winterstarre. Die Nahrung des Laubfrosches sind Insekten, Spinnen und Tausendfüßler. Sein Lebensraum sind große Feuchtgebiete mit Teichen, Gebüschstreifen und Wald, Kies- und Lehmgruben mit einer reichhaltigen Uferbepflanzung und Buschwerk. In die Winterstarre fallen sie etwa von Oktober bis März, unter Moos, dem Wurzelwerk von Bäumen oder im Schlamm. Misst man bei einem Grasfrosch bei verschiedenen Temperaturen die Anzahl der Atemzüge, so erhält man die folgenden Messwerte:
Temperatur © 0   5    10   15    20   25   30  
so oft atmet der Frosch
bei dieser Temperatur:
0 0   1   5 11 31 88

Der kriegerische Hamster. Fabel (eher für 3. und 4. Schuljahr geeignet)
http://gutenberg.aol.de/fabeln/woerdema/helmu080.htm

Der neugierige Igel. Fabel Ein kleiner Igel überquert die gefährliche Straße und ist danach von seiner Mutter getrennt
http://gutenberg.aol.de/fabeln/woerdema/helmu080.htm

Kunst und Musik:

Herr Winter, Herr Winter (Anke und Detlev Jöcker)
Winterschlaf (K. W. Hoffmann /schwedische Volksweise in: Kolibri Liederbuch

 
Pitsch, Patsch , Pinguin (f. Vahle ) in : Kolibri Liederbuch


Vogelfütterung Papierstreifen zu Tropfen kleben. Ein großer und ein kleiner bilden einen Vogel. Beim großen Tropfen sollte ein Ende des Papierstreifens überstehen um ein Schwänzchen zu haben. Schnabel ankleben. Aus mit Tonpapier beklebten Bierdeckeln ein Dreieck kleben - das Vogelhaus. Watteschnee aufs Dach und echtes Vogelfutter ins Haus!
Eisbären im Polarmeer
Mit graublau und Schwamm einen Hintergrund anlegen. Im oberen Drittel mit Deckweiß und wenig blau Eisberge anlegen. Auf Richtung des Pinselstriches -von oben nach unten- achten und eine Seite des Eisberges leicht abdunkeln. Im unteren Drittel und mit Abstand zu den Eisbergen -Pinselstriche quer- mit Deckweiß und wenig blauer Farbe eine Eisscholle anlegen. Den Zwischenraum mit dunklem Blaugrau anlegen. Die Eisbären auf Papier in verschiedener Größe mit Bleistift malen. auf Alufolie kleben, ausschneiden. Darüber mit Seidenpapier ein zottiges Fell kleben

 

Links:

Ein ganz ausführliches und empfehlenswertes Projekt des Fachbereichs Biologie der Uni Düsseldorf zum Überleben in Eis und Schnee mit Arbeitsblättern zum Herunterladen. Einiges ist auch für die Grundschule zu nutzen:
http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/MathNat/Biologie/Didaktik/Winterprojekt/index.ht m

Wirklich lesenswerte und auf die Grundschule übertragbare Unterrichtseinheit zum Wärmehaushalt des Eisbären:
http://www.bossert-bcs.de/biologie/bioun05.htm

Für Grundschüler gut verständliche Seite mit Bildern:
http://www.kidsnet.at/tiereimwinter.htm

Tolle Seite für Kinder, auf der sie in Tagebüchern die Vorbereitungen der Tiere auf den Winter nachlesen, ein Suchspiel und einiges mehr zum Thema machen können: http://www.autolernwerkstatt.de/lernen/herbst/index.html

Von Grundschülern für Grundschüler: Überwinterung der Eidechse, des Eichhörnchens, des igels und der Schwalbe, eines der bisher sechs Projekte der Grundschule Gosbach .
http://www.learnweb.de/uss/Projekte.html

Für Kids gut verständlich dargestellt die Winterruhe des Eichhörnchens:
http://www.kidsweb.de/dino/dino2199.htm

Informationen über Zugvögel:
http://www.gartenfreunde.de/archiv/Zugvoegel.shtml
http://www.euronatur.org/eu rovoegel/fset.htm

Informationen zu einheimischen Stand- und Zugvögeln, Waldtiere  (mit Sound!) und viele weitere Links bietet:
http://www.ameisen.de/www/VogelWinter.htm

Informationen und Fotos über einheimische Tiere bieten:
http://www.dischoptik.ch/wild24/
http://www.jagd-bayern.de/12a.htm
http://www.sen.ch/k ollegistans/schulhaus/Tiersammlung/TierIndex.htm

Informationen und Fotos über Mause,Ratten, Hamster,Fledermäuse:
http://ratz.url.ch/mause-ratten.htm

Lebensweise des Igels:
http://www.umwelt.de/proigel/wissen.htm

Viele gute Anregungen und Arbeitsblätter bietet Cornelsen:
ansehen

leseseiten 

Hans Jürgen Press, Der Natur auf der Spur; Ravensburger

Von der Bauanleitung eines Futterautomaten für Körnerfresser über Erklärungen zu Blinksignalen der Dompfaffen, Kälteschutz der Wasservögel, Hilfe für Igel im Winter bis zu Interessantem über Tierspuren im Winter zeigt der Autor viel Spannendes!In über hundert illustrierten Beispielen zeigt Hans Jürgen Press, wie man im Reich der Tiere und Pflanzen ohne technischen Aufwand zu allen Jahreszeiten Vorgänge und Zusammenhänge entdecken kann. Die Form eines abgenagten Fichtenzapfens verrät zum Beispiel, welches Tier den begehrten Samen verspeist hat. Ein Eichhörnchen reißt der Reihe nach die Schuppen ab, die Schuppen an der Spitze läßt es stehen. Wald- und Rötelmäuse dagegen nagen Fichtenzapfen vollständig ab.

Leo Lionni, Frederick, Middelhauve

Die alte Geschichte von der Maus, die nicht wie die anderen für den Winter Körner und Nüsse, sondern Sonnenstrahlen, Farben und Wörter sammelt, die Träume also und die Hoffnungen."Die Welt"Ein bezauberndes Gleichnis für den Sieg der Kunst über das platte Leben."Süddeutsche Zeitung


Sabine Willmeroth, Anja Rösgen: Die Winterwerkstatt

Im Winter werden die Tage wieder kürzer, es kann kalt und ungemütlich werden. Das morgendliche Aufstehen fällt schwer. Doch der Winter hat auch seine schönen Seiten, besonders für Kinder. Schneemänner bauen, Geschichten vorlesen und Plätzchen backen. Gehen Sie gemeinsam mit den Kindern auf Entdeckungstour durch die Winter-Werkstatt. Was ist der Unterschied zwischen Winterschlaf, Winterstarre und Winterruhe? Wie entstehen Schnee und Eis? Wie feiert man in anderen Ländern Weihnachten? Welche Vorsätze habe ich für das neue Jahr? Wie teilt der Kalender das Jahr ein? Die Kinder entdecken Spuren im Schnee, beobachten Vögel am Futterhäuschen und errechnen benötigte Futtermengen. Sie sammeln und entwickeln Spiele für gemütliche Winter-Nachmittage. Wintermärchen und -gedichte setzen die Kinder kreativ um. Mit der Einrichtung einer Winter-Werkstatt entlasten Sie Ihre Unterrichtsvorbereitungen in der stressigen Weihnachtszeit und können dem neuen Jahr gelassen entgegensehen.

Josef Guggenmos, Vom Igel der Hunger hatte in: spielen und lernen 3/96